Reiten mit Philippe Karl

Am 21. November 2009 um 10 Uhr öffnete der Hannoveraner Verband seine Niedersachsenhalle in Verden an der Aller ihre Pforten für zwei unermüdliche Kämpfer für gutes, respektvolles Reiten.

Von "Irrwegen der modernen Dressur" spricht der eine und den "Finger in der Wunde" hat der andere.

Mit Freude erlebten wir einen langen Tag mit Vorträgen und Live-Demonstrationen von und mit Dr. Gerd Heuschmann und Philippe Karl.

Spaltet dieser Tag die Reiterwelt noch mehr oder können Brücken gebaut werden? Eines wird deutlich, es entstehen viele Diskussionen.

           

Diejenigen, die das gestickte Emblem "Mein Pferd hat die Nase vorn" auf Aufkleber oder Kleidungsstücke haben wollen,

wenden sich bitte an www.weberei-vollmer.de.

 


    

            

          Das Thema war interessant und lockte viel Reiter an - schon um acht Uhr standen die Unermüdlichen vor der Tür. Nach einer halben Stunde reichte die Schlange bereits bis auf den Parkplatz. WOW

         

    ein dicker Applaus zum Ende - es war schon 19.30 Uhr  -

     ein langer Tag voller Anregungen, Szenen, die nachdenklich stimmen und vielseitigem Input geht zu Ende

          

           

   Doch zurück in den Morgen: 10 Uhr

   Begrüßung durch Frau Isabella Sonntag vom Wu-Wei-Verlag und

                             Dr. Enno Hempel vom Hannoveraner Verband

    

    

    Eine Powerfrau, die sich zum Wohle der Pferde einsetzt - Isabella Sonntag

   

  

      Oscar war präsent und sucht sein Herrchen :-)

   

      Thomas Vogel - www.pferdia.de - 9 Stunden filmen mit zwei Kameras.

Eine DVD wird nicht erscheinen.

    

     Der Eingangsvortrag  - 90 Minuten

Dr. Gerd Heuschmann - informativ, lebendig und stets aktuell.

    

    Gerd Heuschmann vor großer Kulisse

   

    Ein Schnappschuss aus der 3D Animation aus dem Film "Stimmen der PFerde"

Deutlich wird die Veränderung im Rücken, besonders im Lendenbereich und in der Hinterhand. Das Bild entstand in dem Bruchteil der Sekunde, in dem die Positionen auf der Leinwand wechselten.

Interessant ist hier eine höhere Kopfposition mit offenem Genick des Pferdes, die in der Schule der Légèreté genutzt wird und von vielen Reitern sehr umstritten ist.

Reiter fragen sich, wo ist senkrecht und wieviel hinter oder vor der Senkrechten braucht das gut gerittene PFerd?

   

   Eine starke Aussage zum Abschluss -

wir Reiter und Pferdefreunde müssen über den Tellerrand sehen und Elemente auch aus alternativen Reitweisen in den allgeminenReitsport sowie in die Freizeitreiterei

integrieren.

    

Philippe Karl legte seinen Focus auf die Nutzung der Reiterhand, die zum Wohle genutzt oder als Waffe gegen das Pferd eingesetzt werden kann.

Der Sitz sowie Bauchers Aussgae "Hand ohne Bein, Bein ohne Hand" hat er dabei vorausgesetzt.

   

    

    Philippe Karl und seine Dolmetscherin Ilka Flegel während des Vortrags.

   

   

   Die Powerpointpräsentation gewinnt durch Philippe Karls deutlichen Zeichnungen.

     

    

   Als "Mädchen für alles" war Sibylle Wiemer mittendrin - das hat Spaß gemacht und war unbeschreiblich anstrengend.

Ich freu mich auf die DVD - ich möchte die Praxis auch mal in Ruhe sehen.   

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Nach der Mittagspause kam eine Präsentation vom HannoveranerVerband, der mit der zusammenarbeit mit Peter Kreinberg und der Initiative der FreizeitpferdeAuktion im Mai sich deutlich auch für Alternativen in der Reitszene öffnet.

  

Der 4jährige Hannoveranerwallach Sigmund ist der lebendige Beweis, dass Menschen mit unterschiedlichem Background ein Pferd sanft, pferdeschonend und effektiv ausbilden können.

Sigi ist ein Sohn des Vollblüters Sunlight xx aus dem Stutenstamm der Züchterfamilie Clüver aus Völkersen bei Verden. vgl. www.brankenhof-voelkersen.de

Seine Züchter sind Heinrich Clüver und Inge Vogel.

Sigi wurde menschenbezogen, handzahm und umgänglich großgezogen.

Danach wurde er von Maria von Fintel eingeritten, die im Reitzentrum Wümmetal aufgewachsen ist und daher in der Philosophie der Schule der Légèreté reitet.

vgl. www.reiteninfintel.de

        

Im Sommer war Sigi bei Waltraud Böhmke und seine Kenntnisse in der Bodenarbeit wurden in der Idee Gentle Touch nach Peter Kreinberg gefestigt.

vgl. www.boehmke-belum.de

Mittlerweile ist Sigi wieder zuhause und konventionell mit weicher Hand weiterhin vielseitig ausgebildet.

   

Wir waren alle sehr stolz auf ihn, er zeigte sich cool, besonnen und neugierig.

   

    

     Sigi und Peter Kreinberg vor großer Kulisse

    

Das Nachmittagsprogramm begann mit Arbeiten an der Hand. Es war Philippe Karl wichtig zu zeigen, dass es Zeit und Geduld bedarf, das Pferdemaul zu mobilisieren, das Pferd in allen gewünschten Kopf-Hals-Positionen und dann zu dehnen. Das Beizäumen, das Runden des Genicks kommt erst danach. Das ist für viele Reiter ungewohnt und sieht fremd aus.

                 

Zunächst wird vor dem Pferd stehend das Maul aktiviert. Mit minmalem Druck, aber konsequent wird auf die Maulspalte, nicht auf Zunge und Kiefer eingewirkt.

               Hier Wibke Kühl mit Moses,

                                den manche schon von dem Treffen mit Herrn Hess kennen.

           

Während das Abkauen erhalten bleibt, wird das wird mit erhobenem Kopf in beide Richtungen gebogen. Dabei soll es sich nicht beizäumen oder auf das Gebiss stützen.

          

    Melanie Kleemann mit ihrem Quarter Horse in der Biegung im Stand

         

        Walter Freitag in Biegung im Schritt

                 

     Kristina Janssen auf ihrem Friesenhengst - mit langem Hals in Biegung auf Volten.

Häufige Handwechsel bei diesen Übungen sind sehr wichtig.

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Nach diesem Schaubild zeigten sich zwei Reiterinnen, die erfolgreich Turnier reiten und gleichzeitig ihr Reiten verfeinern, verändern und/oder weiter verbessern möchten.

              

Katja Lauer mit ihrem PFerd in der Dehnung - das Pferd war trotz aller Turniererfahrung sehr unruhig und aufgeregt.
Aspen ist ein 10 j. Rheinländer v. Aquilino, M. v. Donnerschlag.

Katja Lauer hat ihn mit 5 Jahren als Springpferd vom Händler gekauft.
Turniererfolge: 35 Platzierungen in Kl. S, davon 6 Siege
Auf dem letzten Turnier - vor 6 Wochen - Grand Prix: 7. Platz
Die Reiterin ist LK 2.
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Der nächste Programmpunkt war die Vorstellung eines Gastpferdes. Weder Reiterin noch Pferd kannte die Philosophien von Philippe Karl.

Bei diesem Schaubild ging es um kleine, wichtige Veränderungen, nicht um weitgreifende Korrekturen.  

                    

Tabea Rauhut (18) stellte sich mit ihrem 7jährigen Hannoveranerwallach Conquest zur Verfügung.

            

               

Conquest, ein Hannoveraner mit hervorragender Qualität,  stammt von Connary aus einer Warkant - Gourmet Stute. Diese Vorführung hat der Reiterin gut gefallen. Sie schickte eine SMS, am folgenden Tag sei Conquest gut gegangen und insgesamt sehr locker gewesen.

Gerne will sie "mal wieder" zur Verfügung stellen.

    

Wir sagen "DANKE" an diese mutige und weltoffene junge Reiterin.

   

   Philippe Karl demonstriert das Übertreten an der Hand, das der Mobilisation der Hinterhand dient. Das hat nichts mit Schulterherein zutun. Das Pferd soll zu gymnastischen Zwecken die Hinterbeine weit und fließend bewegen, nicht wie beim SH unter den Schwerpunkt treten. Dr. Gerd Heuschmann erklärt eindrucksvoll, dass diese Übung von hinten nach vorne positive Auswirkungen auf die Kopf-Hals-Achse hat und ebenfalls das Maul entspannt.

                          

   Philippe Karl nahm sich viel Zeit, um dem Publikum zu erklären, was er fühlt und wie er mit welchen Hilfen was erreichen will.

     

   

Conquest - mit der Zeit wurde seine Tritte länger, er bleib vor der Senkrechten.

Philippe Karl berichtete, dass der Wallach nicht sicher in seinem Gleichgewicht ist.

           

   

Er hat mehr Gewicht auf seiner rechten Schulter und kommt leicht ins Laufen, wenn er sich dehnen soll. Hier sieht man, wie Philippe Karl mit Gewichtsverlagerung und seitwärtsweisendem Zügel dem Wallach helfen will, seine Schulterbalance besser zu kontrollieren.

Philippe Karl hat ihn daher zwar mit langem Hals, aber nur mit vorsichtiger Dehnung geritten. Der Reiter war der Erhalt der Balance in diesem Moment wichtiger.

     

   Die Oberlinie verändert sich, die Nase bleibt vorn. Hier erkennbar eine deutliche Schwebephase - der Wallach lässt sich mehr los.

   

     

Tabea beim Nachfühlen und -reiten. Der Wallach trabt fleißig und schwingt.

Sie hatte jetzt das Gefühl, mit extrem angehobener Hand zu reiten und verspannte in der Folge ihre Schultern und Hände. Die Umstellung ist groß und sehr ungewohnt. Und wie bei jeder Gewohnheit dauert es lange, sie aufzugeben.

Tabea hat am nächsten Tag eine Veränderung bemerkt und war sehr zufrieden. Sie wird - laut eigener Aussage - in Zukunft mehr darauf achten, dass das Genick WIRKLICH der höchste Punkt bleibt und das Pferd nach vorne zieht.

  

   

   

Das Emblem der Schule der Légèreté - als Abschluss zeigten sich 8 Ausbilder der Reitweise in einem Schaubild.

Vom Ponymix, Quarter, Lusitano, Lippizaner bis zum Hannoveraner waren verschiedenste Pferde vertreten.

Teilweise aus der Offenstallhaltung, mit norddeutschem Winterpelz zeigten sie verschiedene Lektionen bis hin zur Piaffe.

Das zeigte deutlich, dass es beim Dressurreiten nicht automatisch ein stallgepflegtes Äußeres bedarf.

    

   

Dr. Gerd Heuschmann - nachdenklich applaudierend

   

  

Auch diese Pferde kamen unvorbereitet in die Halle - Philippe Karl wollte dem Publikum auch das Aufwärmen zeigen.

    

   

  Christiane Horstmann auf ihrem Lusitanahengst

                

    Wibke Kühl auf ihrem Holsteiner - Haflingerwallach

               

    Christiane Horstmann - hier in deutlicher Biegung

               

    Susanne Lohas auf ihrer Araberstute

                    

    Walter Freitag auf seinem Hannoveranerwallach

                       

    Kristina Janssen mit ihrem Friesenhengst in der Dehnung

                   

    Annika Schnittke auf einem Lusitanohengst in der Piaffe

   

     Nancy Heiber - piaffierend auf einem Holsteinerwallach

              

    

    Alle raus mit Applaus

Leider sind meine laienhaften Fotos nicht so gut - die Halle ist lange nicht so hell wie die auf der Equitana.

Die Fotos besserer Qualität sind von Karen Diehn - www.text-fotoschmiede.de     

    

     

Weitere Fotos - vor dem Background der Schule der Legerete -  finden interessierte Leser unter   www.sibyllewiemer.de  oder auf dieser Seite unter Fotos